Wettanbieter mit Paysafecard in Österreich: Wer nimmt den Prepaid-Code, wer nicht?

Updated November 2026
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Daten aktualisiert am 6. November 2026 und gegen die Selbstangaben der Anbieter sowie die Wettgesetze der Bundesländer abgeglichen.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt neben einem Notizbuch und ein paar Euro-Münzen auf einem hellen Holztisch im Morgenlicht.
paysafecard wurde im März 2000 in Wien als paysafecard Wertkarten AG gegründet, seit Juli 2014 firmiert das Unternehmen als paysafecard Wertkarten GmbH und gehört seit August 2015 zur Paysafe Group.

Paysafecard ist beim Sportwetten in Österreich die Zahlungsart, die niemanden überrascht: ein 16-stelliger Code, gekauft an der Trafik, im Kassenbon-Bereich eines Supermarkts oder online, eingegeben in der Kasse eines Buchmachers. Wer mit dem Code einzahlt, bleibt beim Buchmacher ohne Bankverbindung, ohne Kreditkarte und ohne E-Wallet. Genau diese Eigenschaft erklärt, warum die Methode in einem Markt eine Rolle spielt, in dem fünf Anbieter mit einer Bewilligung eines Bundeslands arbeiten, drei weitere die Bewilligung als Marken-Eigenangabe führen und zwei weitere keine österreichische Bewilligung nachweisen — und trotzdem auf dem Wettmarkt auftauchen.

Der Markt sortiert sich entlang zweier Linien, die sich nicht mischen lassen. Die erste Linie ist die Bewilligung: jedes der neun Bundesländer führt sein eigenes Wettgesetz, eine nationale Liste der Buchmacher gibt es nicht, und kein Anbieter ist „in Österreich lizenziert“, sondern „nach dem Recht des Landes X bewilligt“. Die zweite Linie ist die Zahlung: Paysafecard ist eine E-Geld-Lizenz unter irischem Recht, der Code selbst trägt keine personenbezogenen Daten, und ein Gewinn kommt nicht auf demselben Weg zurück wie der Einsatz. Beide Linien treffen sich in einer einzigen Frage, die jeder Wettkunde für sich beantwortet: Welcher Anbieter nimmt den Code, zu welchen Limits, und was kostet der Weg — an Gebühren, an Mindestquoten, an Wartezeit?

Dieser Vergleich sortiert zehn Anbieter nach genau diesen beiden Linien und schreibt dazu, was Paysafecard in der Kasse wirklich auslöst. Was das Neukundenangebot unter dem Stichwort „Bonus“ wert ist, hängt am Umsatz, an der Mindestquote und an der Frist — drei Zahlen, die in jeder Werbung verschwiegen werden. Wer mit Paysafecard einzahlt, kann den Gewinn meist nur per Banküberweisung ausgezahlt bekommen, und diese Bankauszahlung wirft zwei Fragen auf, die in der Werbung ebenfalls fehlen: in welcher Frist und auf welches Konto. Wer eine Paysafecard-PIN gegen Bargeld zurücktauscht, zahlt fünf Prozent des Auszahlbetrags — die einzige Stelle, an der der Anbieter der Karte selbst am Geld des Wettkunden mitverdient.

Die Reihenfolge der zehn Anbieter folgt zwei Sätzen von Kriterien: bei Anbietern mit nachgewiesener oder eigens angegebener Land-Bewilligung steht die Bewilligung an erster Stelle, gefolgt von Zahlungswegen und Limits. Bei Anbietern ohne österreichische Bewilligung steht das Zahlungsangebot an erster Stelle, weil die österreichische Selbstsperre dort nicht greift und das Beschwerdeweg fehlt. Wer dort spielt, spielt auf Hausregeln, die der Anbieter selbst aufstellt — und auf einer Lizenz, die in einem anderen Land erteilt wurde.

Boni und Gratiswetten: was Paysafecard-Boni in Österreich wirklich kosten

Der Neukundenbonus eines österreichischen Wettanbieters ist ein Werbeversprechen mit einer Zahl im Kleingedruckten, die das Versprechen auf ein anderes Maß bringt. Drei Sätze von Zahlen entscheiden, was das Angebot tatsächlich wert ist: der Umsatzfaktor (wie oft der Bonusbetrag eingesetzt werden muss), die Mindestquote (wie nahe an 2,00 eine Einzelwette liegen muss, damit sie zählt), und die Frist (wie viele Tage nach Gutschrift der Bonus umgesetzt sein muss). Wer mit Paysafecard einzahlt, ändert daran nichts: die Einzahlung zählt als qualifizierende Einzahlung, der Code selbst spielt für die Bonusmechanik keine Rolle. Was sich ändert, ist der Markt, in dem die Wetten platziert werden müssen — und die Marge dieses Marktes entscheidet, was den Wettkunden das Umsetzen statistisch kostet.

Die österreichische Wettgebühr von fünf Prozent gehört nicht zum Bonus, aber zum Preis einer jeden Wette. Sie wird seit dem 1. April 2025 auf jeden Einsatz erhoben (§ 33 TP 17 Abs. 1 Z 1 GebG in der Fassung BGBl. I Nr. 7/2025), und tipp3 gibt an, sie bei verlorenen Wetten selbst zu tragen und bei gewonnenen Wetten vom Gewinn abzuziehen. Das bedeutet rechnerisch: Ein Bonus mit zehnfachem Umsatz kostet den Wettkunden nicht den Bonuswert, sondern den Bonuswert multipliziert mit der Marge des Marktes, auf dem umgesetzt wird. Bei einer typischen 1X2-Marge von etwa fünf Prozent und einem Bonus von 100 €, der zehnmal umgesetzt werden muss, liegt der statistische Eigenkosten-Anteil bei rund 50 € an Marge, zzgl. der fünf Prozent Wettgebühr auf jeden Einsatz. Der Bonuswert, der als „Gratis“ beworben wird, schmilzt auf diese Weise vor dem ersten Auszahlungsantrag.

Wer einen Bonus ohne diese Mechanik sucht, sucht in der Regel nach einer Gratiswette (Free Bet). Die Gratiswette ist im österreichischen Markt das einfachere Produkt, weil der Einsatz bei einer verlorenen Wette nicht zurückerstattet wird und nur der Nettogewinn zählt. Ein typisches Beispiel: 20 € Free Bet auf eine Quote von 3,00 bringt bei einem Gewinn 40 € Auszahlung (20 € × (3,00 − 1) = 40 €), nicht 60 €. Der durchschnittliche Wert einer Gratiswette ist daher nicht der Nennwert, sondern der Nennwert multipliziert mit der Auszahlungsquote des gewählten Marktes — bei einer Quote von 3,00 und einer angenommenen Auszahlungsquote von 95 % liegt der Wert einer 20 €-Gratiswette bei rund 12,67 €. Wer eine Gratiswette auf eine Quote von 1,50 setzt, verschenkt den Großteil des Werts: bei einer Auszahlungsquote von 95 % sind es noch 6,33 € anstelle der 10 €, die ein flacher Multiplikator ergeben würde.

Drei Anbieter-Eigenheiten, die in der Bonus-Werbung gerne fehlen:

Wer mit Paysafecard einzahlt, kann den Bonus in der Regel aktivieren — die Methode schließt niemanden vom Angebot aus, soweit die Einzahlung den Mindestbetrag erreicht. Was die Methode allerdings einschränkt, ist die Auszahlung des Bonusgewinns: kommt der Gewinn nicht per Banküberweisung, sondern per Paysafecard-Code zurück, geht das nicht, weil die Karte keine Auszahlung empfängt. Wer den Bonus aktiviert, sollte die Auszahlungsbedingungen mitlesen, nicht nur den Werbetext.

Zahlungsabwicklung: Einzahlung, Mindestbeträge und der Weg des Gewinns

Paysafecard ist im österreichischen Wettmarkt in der Einzahlungskasse fast aller relevanten Anbieter vertreten, in der Auszahlungskasse so gut wie nirgends. Diese Asymmetrie ist keine Buchmacher-Laune, sondern eine Eigenschaft der Karte: ein 16-stelliger Code ist eine Einbahnstraße. Der Gewinn muss also auf einem anderen Weg zurückkommen — und zwar auf einem, der in der Auszahlungsmaske des Buchmachers als „Banküberweisung“ oder „Bankkonto im EWR“ steht, nicht „Paysafecard“. Wer das nicht bedenkt, hat nach der ersten Gewinn-Auszahlung einen Haken in der Registrierung, den er vorher setzen muss: ein Bankkonto im Europäischen Wirtschaftsraum, eine IBAN, und beim ersten Mal eine Identitätsprüfung.

Drei Mindestbeträge prägen das Bild der Einzahlung mit Paysafecard in Österreich:

Vier Buchungswege, die für die Auszahlung in Frage kommen, wenn die Einzahlung über Paysafecard lief:

Zwei Gebühren, die nicht im Werbetext stehen:

Die Paysafecard wird seit dem 29. Oktober 2019 in der EU unter einer irischen E-Geld-Lizenz ausgegeben. Das bedeutet für den Wettkunden: die Karte unterliegt europäischem E-Geld-Recht, der Code selbst ist eine anonyme Vorlage, das dahinterliegende Konto (myPaysafecard) ist personalisiert. Wer mit dem anonymen Code einzahlt, hinterlässt beim Buchmacher nur die Information, dass jemand mit einem gültigen Code bezahlt hat — nicht den eigenen Namen.

Top-10-Ranking: zehn Anbieter im Vergleich

Die folgende Tabelle sortiert zehn Wettanbieter nach ihrer Bewilligungslage in Österreich und nach dem, was sie für die Ein- und Auszahlung mit Paysafecard anbieten. Die Reihenfolge folgt der Bewilligung: Anbieter mit nachgewiesener oder eigens angegebener Bewilligung eines österreichischen Bundeslands stehen vorne, Anbieter ohne eine solche Bewilligung folgen mit der Markierung „ohne österreichische Bewilligung“. Die Tabelle ersetzt die Einzelbewertungen, die darunter stehen — sie ist die Übersicht, nicht der Vergleich.

Anbieter Bewilligung in Österreich Betreiber / ausgewiesene Lizenz
tipp3 Land-Bewilligung NÖ Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H.
win2day Land-Bewilligung NÖ Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH
Admiral Land-Bewilligung OÖ ADMIRAL Sportwetten GmbH
Starsportwetten Land-Bewilligung (Land nicht genannt) Star Sportwetten GmbH
Merkur Bets Land-Bewilligung (Land nicht genannt) nicht ausgewiesen
Vierklee Land-Bewilligung Tirol Vierklee Wettbüro GmbH
bet365 ohne österreichische Bewilligung MGA/CRP/531/2018
Felixspin ohne österreichische Bewilligung nicht ausgewiesen
LeoVegas ohne österreichische Bewilligung MGA (Malta)
888sport ohne österreichische Bewilligung Gibraltar

Die sechs Anbieter mit Land-Bewilligung arbeiten unter dem Recht des jeweiligen Bundeslands, haben ihre Spielerverantwortung selbst geregelt und unterliegen der Wettgebühr von fünf Prozent auf den Einsatz. Die vier Anbieter ohne österreichische Bewilligung arbeiten auf Lizenzen, die in Malta, Gibraltar oder ohne ausgewiesene Lizenz erteilt wurden, und entziehen sich der österreichischen Aufsicht und der Spielersperre nach Landrecht. Welcher Anbieter für wen der richtige ist, hängt nicht an dieser einen Zeile, sondern an den Bedingungen, die darunter stehen.

tipp3 — der Anbieter mit der nachgewiesenen NÖ-Bewilligung

tipp3 ist der Anbieter, an dem sich die österreichische Sportwetten-Landschaft am deutlichsten ablesen lässt: die Bewilligung der Niederösterreichischen Landesregierung nach dem NÖ Wettgesetz vom 27. Mai 2020 (LGBl. Nr. 58/2020) ist im Impressum mit Aktenzahl und Bescheid-Datum ausgewiesen, der Betreiber ist die Österreichische Sportwetten Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Wien. tipp3 nimmt Paysafecard als Einzahlungsmethode in der Kasse, neben Kreditkarte, EPS-Überweisung, Google Pay, Apple Pay, PayPal, EuroBons und Bareinzahlung bei tipp3-Partnern. Kryptowährung führt der Anbieter nicht.

Die Auszahlung läuft über das hinterlegte EWR-Bankkonto, werktags Montag bis Freitag, mit einer weiteren Dauer von ein bis zwei Bankwerkstagen. Gewinne bis 1.000 € können in einer Annahmestelle bar ausgezahlt werden, größere Gewinne über 1.000 € in einer Großgewinnauszahlungsstelle gegen Lichtbildausweis, Gewinne über 80.000 € nur per Gewinnanforderungsformular aufs Bankkonto. Eine Paysafecard-Auszahlung gibt es nicht, weil die Karte keine Auszahlung empfängt. Wer mit Paysafecard einzahlt, muss vor der ersten Auszahlung eine IBAN hinterlegen und die Identität per ID Austria Vollversion, Bank Ident, Foto Ident mit Chip oder Video Ident bestätigen.

Die Wettgebühr von 5 % auf den Einsatz trägt tipp3 nach eigenen Angaben bei verlorenen Wetten selbst und zieht 5 % vom Gewinn ab, wenn die Wette gewinnt. Das Spielerschutz-Instrumentarium reicht von einer Spielpause (1, 3 oder 6 Monate, Guthaben bleibt im Konto) über eine Selbstsperre (1, 2 oder 3 Jahre, Guthaben wird ausgezahlt) bis zu einem wöchentlichen Einzahlungslimit bis 1.950 €, einem täglichen Einsatzlimit bis 10.000 € und einem wöchentlichen Verlustlimit bis 5.000 €.

tipp3 ist der Anbieter für den Wettkunden, der die österreichische Bewilligung nachweisen will und die Hausregeln akzeptiert, die an dieser Bewilligung hängen: eine IBAN, eine Verifikation vor der ersten Auszahlung, kein anonymer Rückweg des Geldes.

win2day — Sportwetten unter der NÖ-Bewilligung, Lotterie unter dem GSpG

win2day führt seine Sportwetten unter derselben NÖ-Bewilligung wie tipp3, der Hinweis auf der Seite nennt ausdrücklich die Niederösterreichische Landesregierung und stellt klar, dass das Sportwetten-Angebot daher nicht den Bestimmungen des Glücksspielgesetzes und nicht der Aufsicht des BMF/Finanzamt Österreich unterliegt. Die Lotterie- und Casino-Angebote von win2day laufen unter der bundesrechtlichen GSpG-Konzession, also unter einem anderen Regime — der Spieler sieht auf der Seite beides, muss aber unterscheiden, unter welcher Regelung er spielt. Betreiber ist die Österreichische Lotterien Gesellschaft mbH.

Die Sportwetten-Bedingungen von win2day setzen ein Einzahlungslimit, das nach Alter gestaffelt ist: bis 26 Jahre maximal 250 € pro Woche (Freitag bis Donnerstag), ab 26 Jahren maximal 1.680 € pro Kalendermonat, auf Antrag individuell erhöhbar. Gewinne zählen nicht zum Limit. Spieler müssen mindestens 18 Jahre alt und in Österreich wohnhaft sein, die Identität wird vor der ersten Auszahlung geprüft, die Bankverbindung ist ein Konto im EWR. Paysafecard ist als Einzahlungsmethode in der Kasse verfügbar; die Auszahlung läuft über das Bankkonto.

win2day ist der Anbieter für den Wettkunden, der die Bewilligungslage schätzt und das gestaffelte Einzahlungslimit akzeptiert, das für jüngere Spieler enger und für ältere weiter ist. Wer unter 26 ist und ein Wochenbudget von mehr als 250 € ausgeben will, muss den Antrag auf individuelle Erhöhung stellen und akzeptiert, dass die Erhöhte eigentlich nicht im Belieben des Anbieters liegt, sondern an einem Limit hängt.

Admiral — Bewilligung in Oberösterreich, Betreiber mit Wiener Börsenhistorie

Admiral Sportwetten trägt nach eigenen Angaben eine Bewilligung der Oberösterreichischen Landesregierung nach dem Oö. Wettgesetz. Betreiber ist die ADMIRAL Sportwetten GmbH mit Sitz in Gumpoldskirchen, ein Unternehmen der Novomatic-Gruppe, gegründet von Walter Grubmüller, zwischen 2001 und 2006 an der Wiener Börse notiert. Die Geschichte ist im Eintrag der deutschen Wikipedia hinterlegt, das aktuelle Angebot steht unter Admiral.

Admiral nimmt Paysafecard als Einzahlungsmethode, die genauen Limits führt der Anbieter in der Kasse. Die Auszahlung läuft über das hinterlegte Bankkonto, die Verifikation vor der ersten Auszahlung folgt dem Standard der Branche. Die Oö-Bewilligung trägt eigene Wettgesetzes-Regeln: Oberösterreich erlaubt Livewetten nur auf ein numerisches Zwischen- oder Endergebnis oder auf „wer erzielt das nächste Tor“, und der Einsatz pro Wette ist auf 500 € gedeckelt. Das ist die Hausordnung des Landes, nicht Admiral-spezifisch.

Admiral ist der Anbieter für den Wettkunden, der die Bewilligung eines anderen Landes als Niederösterreich nachgewiesen sehen will und die Eigenheiten der jeweiligen Landrechts-Regeln akzeptiert: 500 €-Einsatz pro Wette, eingeschränkte Livewetten.

Starsportwetten — Bewilligung ohne ausgewiesenes Bundesland

Starsportwetten gibt in der Beschreibung seiner App bei Google Play an, behördlich bewilligter Sportwettenanbieter zu sein, gestützt auf einen Bescheid vom 8. März 2022, mit dem der Starbet24 GmbH die Bewilligung zur Durchführung von Sportwetten im Internet und in stationären Spielstätten erteilt wurde. Das Bundesland und die Bescheidnummer werden im Eintrag nicht genannt. Betreiber ist die Star Sportwetten GmbH.

Die fehlende Nennung des Bundeslands heißt nicht, dass keine Bewilligung vorliegt — sie heißt, dass der Anbieter sie nicht ausweist. Wer das prüfen will, muss das jeweilige Landesgesetz konsultieren oder die Aufsichtsbehörde des genannten Bundeslands anschreiben. Paysafecard ist als Einzahlungsmethode in der Kasse verfügbar; die genauen Limits führt der Anbieter in seinen Geschäftsbedingungen.

Starsportwetten ist der Anbieter für den Wettkunden, der die Existenz einer Bewilligung akzeptiert, ohne das Bundesland nachschlagen zu wollen. Wer auf das Bundesland Wert legt, fragt beim Anbieter nach oder sucht das Register des jeweiligen Landes.

Merkur Bets — App-Eintrag nennt die Zahlungswege, das Bundesland nicht

Merkur Bets listet in der App-Beschreibung im App Store PayPal, Paysafecard, Visa und Mastercard als Ein- und Auszahlungsmethoden und gibt den In-App-Chat als Support-Kanal an. Das Bundesland der Bewilligung und die Bescheid-Daten werden im Eintrag nicht genannt. Die Marke gehört zur Gauselmann-Gruppe, das Angebot steht unter Merkur Bets.

Merkur Bets ist der Anbieter für den Wettkunden, der die Zahlungswege-Palette schätzt und die fehlende Bewilligungs-Nennung akzeptiert. Wer vor der Einzahlung nachschauen will, welches Bundesland hinter der Bewilligung steht, muss den Anbieter direkt fragen — die App-Beschreibung nennt es nicht.

Vierklee — Tiroler Bewilligung mit Aktenzahl

Vierklee ist der Anbieter mit der am präzisesten ausgewiesenen Bewilligung unter den österreichischen Marken: die Tiroler Landesregierung hat die Bewilligung mit Bescheid Zl. IIa.10.065/144-0 erteilt, der Betreiber ist die Vierklee Wettbüro GmbH. Der Anbieter nennt EPS, Klarna und Kreditkarten als Einzahlungsvarianten, ausdrücklich „nur einige“ der verfügbaren Methoden — eine vollständige Liste führt der Anbieter in der Kasse. Paysafecard ist im Hauptangebot nicht namentlich erwähnt, der Status als Einzahlungsmethode ist vom Einzelfall abhängig.

Auszahlungen erfolgen nach Anforderung auf das Bankkonto. Die Tiroler Bewilligung folgt dem Tiroler Wettgesetz, die Spielerverantwortung liegt beim Anbieter, eine nationale Selbstsperre gibt es nicht.

Vierklee ist der Anbieter für den Wettkunden, der die Aktenzahl der Bewilligung schätzt und die Auswahl der Einzahlungsmethoden aus der Kasse des Anbieters nimmt. Wer mit Paysafecard einzahlen will, prüft vorab, ob die Methode in der Kasse tatsächlich angeboten wird.

bet365 — ohne Bewilligung, mit Malta-Lizenz

bet365 arbeitet in Österreich auf der Malta-Lizenz MGA/CRP/531/2018, nicht auf einer österreichischen Land-Bewilligung. Die Paysafecard-Einzahlung ist zwischen 5 € und 1.000 € pro Transaktion möglich und wird sofort gutgeschrieben — die engste Spannweite unter den ausländischen Anbietern im Test. Daneben akzeptiert bet365 in Österreich Visa/Mastercard und Apple Pay (5 € bis 40.000 €), EPS und Klarna-Sofortüberweisung (jeweils 5 € bis 2.000 €), Skrill (5 € bis 35.000 €) und Neteller (15 € bis 37.500 €).

Die Auszahlung läuft über die bei der Registrierung hinterlegte Methode oder das Bankkonto. Eine österreichische Selbstsperre nach Landrecht greift bei bet365 nicht, weil der Anbieter keinem Landrecht unterliegt — die hauseigene Sperre ist das, was bleibt. Die Wettgebühr von 5 % wird auf jede Transaktion erhoben, die Frage, ob bet365 sie trägt oder weitergibt, hängt am Hausrecht des Anbieters.

bet365 ist der Anbieter für den Wettkunden, der die Marke und das Quoten-Niveau schätzt und die fehlende österreichische Bewilligung in Kauf nimmt. Wer auf der Bewilligung besteht, ist hier falsch.

Felixspin — ohne ausgewiesene Lizenz

Felixspin listet als Zahlungsmethoden Visa, Mastercard, Skrill, Neteller, PayPal, Paysafecard, Banküberweisung, Apple Pay und Google Pay, mit Mindesteinzahlungen von 10 € für die meisten Methoden, 20 € für PayPal und 25 € für Banküberweisung. Paysafecard fällt in den 10-€-Standard. Eine Lizenz wird im Angebot nicht ausgewiesen — die Anbieter-Pinnahme der Rechtslage fehlt.

Felixspin ist der Anbieter für den Wettkunden, der die breite Zahlungsmethoden-Palette schätzt und das Fehlen einer ausgewiesenen Lizenz akzeptiert. Wer auf eine Lizenz mit Namen Wert legt, sucht einen anderen Anbieter.

LeoVegas — Malta-Lizenz, App-Eintrag im deutschen Store

Die deutsche LeoVegas-App listet PayPal, Paysafecard, Sofort/Klarna, Trustly, Skrill sowie Visa und Mastercard als Zahlungsarten, Einzahlungs- und Verlustlimits sowie Live-Chat- oder E-Mail-Support. Die App ist im deutschen Apple App Store eingetragen, die Malta-Lizenz ist die Grundlage des Angebots. Für Österreich gilt: keine Land-Bewilligung, MGA-Lizenz, Hausrecht des Anbieters.

LeoVegas ist der Anbieter für den Wettkunden, der die LeoVegas-Marke aus dem Casino-Bereich kennt und die Sportwetten unter derselben Lizenz schätzt. Die fehlende österreichische Bewilligung bleibt der Preis.

888sport — Gibraltar-Lizenz, Bet Builder und Quotenboosts

888sport gibt im App-Eintrag Livewetten, Cash Out, Wettkonfigurator (Bet Builder), BetFeed und 888 Specials (Quotenboosts) als Features an. Als Einzahlungsarten stehen PayPal, Sofort, giropay, Visa, Mastercard, paysafecard und Skrill zur Verfügung. Die Gibraltar-Lizenz ist die Grundlage, eine österreichische Land-Bewilligung gibt es nicht.

888sport ist der Anbieter für den Wettkunden, der die Funktionen des Bet Builders und der Quotenboosts schätzt und mit der Gibraltar-Lizenz leben kann. Wer die Bewilligung eines österreichischen Bundeslands sucht, ist falsch.

Grundlagen: was Paysafecard beim Wetten in Österreich leistet

Paysafecard wurde im März 2000 in Wien als paysafecard Wertkarten AG gegründet, seit Juli 2014 firmiert das Unternehmen als paysafecard Wertkarten GmbH und gehört seit August 2015 zur Paysafe Group, früher Optimal Payments. Das Unternehmen sitzt in Wien, die Lizenz für die EU-Ausgabe ist seit dem 29. Oktober 2019 eine irische E-Geld-Lizenz. Wer den Code in Österreich kauft, kauft ihn bei einem Wiener Unternehmen, das unter irischem E-Geld-Recht arbeitet.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine menschenleere Tribüne im weichen Abendlicht.
paysafecard wurde im März 2000 in Wien als paysafecard Wertkarten AG gegründet.

Die Karte ist ein Prepaid-Produkt: kein Bankkonto, kein Kreditrahmen, keine Schufa. Der Code wird an der Trafik, im Lebensmittelhandel, an Tankstellen oder online erworben, der Wert liegt typischerweise zwischen 10 € und 100 €, in festen Stufen. Die Eingabe des 16-stelligen Codes in der Kasse eines Buchmachers löst die Gutschrift aus — der Buchmacher sieht, dass jemand mit einem gültigen Code bezahlt hat, nicht wer.

Drei Eigenschaften, die für die Wahl von Paysafecard beim Wetten entscheidend sind:

Drei Kosten, die mit der Karte verbunden sind und nicht in der Werbung stehen:

Paysafecard ist im österreichischen Wettmarkt die häufigste Prepaid-Methode, nicht die einzige. EuroBons, die Bareinzahlung bei tipp3-Partnern und die Kreditkarte sind Alternativen, die je nach Anbieter und Spielerprofil passen. Wer keine Karte will, hat andere Wege; wer die Karte will, hat sie bei fast allen relevanten Anbietern in der Kasse.

Rechtslage: Bewilligung, Wettgebühr und der Streit um die ausländischen Anbieter

Die Rechtslage für Paysafecard beim Sportwetten in Österreich ist nicht in einem Bundesgesetz geregelt, sondern in neun Landesgesetzen, und der wichtigste Satz der österreichischen Wett-Rechtslage steht nicht im Gesetz, sondern in der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs vom 2. Juli 2015 (Ro 2015/16/0019): die klassische Sportwette ist kein Glücksspiel im Sinne des Glücksspielgesetzes (GSpG), sondern ein Geschicklichkeitsspiel. Das bedeutet: die bundesrechtliche Aufsicht durch BMF und BFG ist für die klassische Sportwette nicht zuständig, die Konzession, die das GSpG vergibt, ist die Konzession für Lotterien und Casinos — nicht für Buchmacher.

Ein Stadion unter Flutlicht aus großer Entfernung gesehen, davor eine dunkle Landstraße und einzelne Bäume in der Dämmerung.
Rechtsgrundlage für tipp3-Sportwetten über Portal und App ist das NÖ Wettgesetz vom 27.05.2020 (LGBl. Nr. 58/2020).

Die Folge dieser Einordnung ist ein Nebeneinander von neun Landesgesetzen. Niederösterreich regelt das Sportwetten im NÖ Wettgesetz vom 27. Mai 2020 (LGBl. Nr. 58/2020), die Bewilligung erteilt die NÖ Landesregierung. Wien regelt das Sportwetten im Wiener Wettengesetz (LGBl. Nr. 26/2016), zuständig ist der Magistrat. Oberösterreich regelt das Sportwetten im Oö. Wettgesetz, die Bewilligung erteilt die OÖ Landesregierung. Die anderen Bundesländer haben eigene Wettgesetze, eigene Bewilligungsbehörden, eigene Limits.

Drei Punkte, die für die Paysafecard-Nutzung in dieser Rechtslage entscheidend sind:

Vier Anbieter-Situationen, die aus dieser Rechtslage folgen:

Die Konsequenz für den Wettkunden: Es gibt keine bundesweite Stelle, bei der er prüfen kann, ob ein Anbieter in Österreich „legal“ ist. Es gibt die Bewilligungen der neun Bundesländer, die der Anbieter selbst ausweisen sollte, und es gibt die ausländischen Lizenzen, die etwas anderes sagen. Die Wettgebühr von 5 % wird unabhängig von der Bewilligungslage erhoben.

Spielerschutz: Einzahlungslimits, Selbstsperre und die Hilfsangebote

Der Spielerschutz im österreichischen Sportwetten-Markt ist nicht bundesweit einheitlich geregelt. Es gibt kein Bundesgesetz, das für alle Buchmacher ein einheitliches Einzahlungslimit, eine einheitliche Selbstsperre oder ein einheitliches Identifikationsverfahren vorschreibt. Die Spielerverantwortung liegt beim einzelnen Anbieter, die Limits sind in seinen AGB ausgewiesen, die Sperre ist eine hauseigene Sperre. Die Glücksspielreform 2026 (Stand 14. Oktober 2026: noch im Gesetzgebungsverfahren) sieht ein Sperrregister und ein Limitregister vor, beide für GSpG-Glücksspiel — Sportwetten sind in beiden nicht enthalten.

Drei Anbieter-Limits, die für die Paysafecard-Nutzung relevant sind:

Zwei Sperren, die tipp3 anbietet:

Zwei Hilfsangebote für Spieler mit Problemen:

Die Konsequenz für den Wettkunden: Wer mit Paysafecard einzahlt, hat damit keinen Sonderstatus im Spielerschutz — die Sperre gilt für den Account, nicht für die Zahlungsmethode. Die Identifikation vor der ersten Auszahlung ist die einzige Stelle, an der die Zahlungsmethode eine Rolle spielt, und sie spielt dort nur insofern eine Rolle, als das Bankkonto für die Auszahlung ohnehin erforderlich ist.

Häufige Fragen zu Paysafecard bei österreichischen Wettanbietern

Welche Mindesteinzahlung verlangen Wettanbieter, die Paysafecard annehmen?

Die Mindesteinzahlung mit Paysafecard liegt bei den meisten österreichischen Wettanbietern zwischen 5 € und 10 €. bet365 nennt 5 € als Untergrenze, Felixspin nennt 10 € für die meisten Methoden, die hauseigenen Standards der anderen Anbieter liegen in derselben Spanne. Eine einheitliche Untergrenze für Paysafecard gibt es in Österreich nicht — die Höhe hängt vom Anbieter ab.

Lässt sich ein 16-stelliger Paysafecard-Code direkt in der Kasse eines Buchmachers einlösen?

Ja, der Code wird in der Einzahlungsmaske des Buchmachers eingegeben, ohne dass eine Registrierung bei myPaysafecard erforderlich ist. Die Gutschrift erfolgt sofort, der Code wird nach der Einlösung ungültig. Für die Wiederverwendung desselben Codes ist die Registrierung eines myPaysafecard-Kontos erforderlich — wer ohne Konto spielt, gibt den Code bei jeder Einzahlung neu ein.

Was kostet der Rücktausch von Paysafecard-Guthaben, und wann fällt die monatliche Gebühr an?

Der Rücktausch von nicht verbrauchtem Paysafecard-Guthaben kostet 5 % des Auszahlungsbetrags, höchstens 5 € pro Rücktausch. Die monatliche Gebühr auf einen Paysafecard-Gutschein fällt ab dem 31. Tag nach Kauf an und beträgt 4 € pro Monat — vermeidbar durch Registrierung eines myPaysafecard-Kontos, das dann aber ab dem 13. Monat ohne Transaktion 2 € pro Monat kostet.

Ist ein Wettanbieter mit Paysafecard-Zahlung automatisch mit einer Bewilligung eines österreichischen Bundeslands ausgestattet?

Nein. Die Annahme von Paysafecard als Zahlungsmethode sagt nichts über die Bewilligungslage aus — Paysafecard ist eine E-Geld-Lizenz unter irischem Recht, die jeder Buchmacher mit oder ohne österreichische Bewilligung annehmen kann. Welche Bewilligung ein Anbieter hat, muss im Impressum oder in den AGB ausgewiesen sein.

Wer trägt die Wettgebühr von 5 %, wenn eine Wette mit Paysafecard-Guthaben bezahlt wurde?

Die Wettgebühr von 5 % wird auf den Wetteinsatz erhoben, unabhängig von der Zahlungsmethode. Die Pflicht trifft den Anbieter, der die Wette abschließt oder vermittelt. Ob und wie der Anbieter die Gebühr an den Wettkunden weitergibt, ist seine Sache — tipp3 gibt an, sie bei verlorenen Wetten selbst zu tragen und bei gewonnenen Wetten vom Gewinn abzuziehen.

Kann ein Gewinn per Paysafecard ausgezahlt werden, und wie lange dauert die Bearbeitung?

Eine Auszahlung per Paysafecard ist nicht möglich, weil die Karte keine Auszahlung empfängt. Der Gewinn wird auf das hinterlegte EWR-Bankkonto überwiesen, bei tipp3 werktags Montag bis Freitag mit einer weiteren Dauer von ein bis zwei Bankwerkstagen. Bei Gewinnen bis 1.000 € ist die Barauszahlung in einer tipp3-Annahmestelle möglich.

Inhalt erstellt vom Team «Beste Sportwetten-Boni»